Als Fachzeitschrift findet man im Vergleich zur Publikumspresse etwas andere Gegebenheiten vor. Dort wo sich Journalisten im Publikumsbereich verpflichtet fühlen, möglichst Missstände aufzudecken und die großen Sensationen zu entdecken und zu publizieren, da geht es in der Welt der Fachzeitschriften recht gemütlich zu. Die Hersteller aus dem Bereich der Steuerungstechnik sind es beispielsweise nicht gewohnt, dass in Fachpublikationen Vergleichstests mit Notengebung gemacht werden. Kritische Berichterstattung ist also nicht gang und gäbe und widerspricht schon fast der Etikette in diesem Markt. Fachjournalisten haben eine Zeit lang von ‘investigativem Journalismus’ gesprochen, was nichts anders heißt, als das aufwändige Aufspüren irgendwelcher Skandale oder Skandälchen. Davon habe ich jedoch in den letzten zwei bis drei Jahren nichts mehr gehört. Ein Grund mag eine gewisse Ernüchterung sein, die in diesem Bereich eingetreten ist.
Auch wenn es im Bereich der Fachpresse nicht um das Aufdecken von Skandalen geht, so sehen wir uns doch dem Leser gegenüber verpflichtet, Themen aufzugreifen, die ihm in seinem täglichen Leben mit der Automatisierungstechnik Mühe bereiten. Kurz gesagt: Wir wollen dem Anwender eine Stimme geben. Das ist insofern nicht selbstverständlich, als dass Fachzeitschriften überwiegend von Material aus den Herstellerunternehmen gespeist werden. Allein die Tatsache möglichst viele eigenrecherchierte und geschriebene Beiträge zu veröffentlichen, wie wir das zum Beispiel als SPS-Magazin machen, ist eher die Ausnahme denn die Regel.
Allerdings sind wir als Fachjournalisten auch auf die Hilfe der Anwender angewiesen. Die Realität bei Fachpublikationen sieht leider so aus, dass es nicht sehr viel direkte Kommunikation zwischen Zeitschriftenmachern und Lesern gibt. Wir haben als SPS-Magazin großes Interesse daran, diese Situation zu ändern. Wir sind dabei eine Kooperation mit einem Medium zu starten, bei dem sich die Anwender tummeln. Ich hoffe, dass es uns auf diesem Weg besser gelingt, mit Anwendern der Automatisierungstechnik in den Dialog zu treten. Denn das wollen wir definitiv: Den Anwendern Gehör verschaffen.